Alzheimer soll wohl zurückgehen

„Gleich wird eine Liste von Worten vorlesen. Versuchen Sie, sich an so viele wie möglich zu erinnern.“ Die Aufgabe klingt einfach, für Alzheimerpatienten ist es trotzdem eine Qual. Am Ende des Versuchs, rund eine Viertelstunde und einige Rechen-, Merk- und Computeraufgaben später, werden dieselben Worte noch einmal und zum wiederholten Male abgefragt.

Niemand könne sich alle Begriffe merken, sagen die Prüfer. Aber so ein Gedächtnis-Check ist ab einem gewissen Alter, wenn die Dinge nicht mehr ganz so selbstverständlich im Gehirn haften bleiben, keine harmlose Sache mehr. Bonner Bürger helfen nun in der Altersforschung. 30.000 Bonner Bürgern arbeiten mit dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Noch kann die Medizin wenig gegen die Krankheit ausrichten, das soll sich ändern: man will verstehen, wie eine Demenz entsteht und was sie begünstigt und vor allem, wie man sie verhindert.

Der deutsche Staat will das vorerst mit einigen Millionen Euro jährlich unterstützen. Ende der 1990er Jahre sind die Forscher in den Niederlanden zu einem spektakulären Ergebnis gekommen: Die Zunahme der Alzheimerkranken, der häufig vorausgesagte Tsunami für das Sozialsystem, wird wohl ausbleiben. Ihre Zahl wird sich nicht wie befürchtet alle zwanzig Jahre verdoppeln. Es wird in Zukunft zwar immer mehr alte Menschen geben, aber laut dieser Rotterdam-Studie nicht zwangsläufig mehr Demenzkranke. Forscher bestätigten, dass die Zahl der Neuerkrankungen, im Fachjargon Inzidenz genannt, in den westlichen Ländern sogar fällt. Im Vergleich zur Situation vor dreißig, vierzig Jahren tritt ein Gedächtnisverlust heutzutage wesentlich später im Alter auf.

Weniger Spuren von Alzheimer

Bei seinen Untersuchungen an Verstorbenen stellen Forscher der Universität Genf regelmäßig fest, dass deren Gehirne inzwischen wieder jünger erscheinen. In dreißig Jahren haben sie fast 1600 Tote obduziert. Anfang der 70er Jahre waren noch deutlich mehr amyloide Plaques zwischen den Nervenzellen zu finden als heute. Diese Ablagerungen gelten als Vorboten, wenn nicht sogar als Auslöser des Alzheimer. Auch die Rotterdamer Hirnscan-Aufnahmen zeigten: Die Senioren von heute erleiden nicht nur weniger Infarkte und Gefäßverkalkungen als frühere Generationen, sondern haben sogar durchschnittlich größere Gehirne.

Dies sind Zeichen einer Veränderung ins die gute Richtung und werden nun noch mehr erforscht. Eine positive Richtung wird nun erhofft.

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