Behandlungspflege – Die 7 wichtigsten Fragen und Antworten

1.Was bedeutet Behandlungspflege?

Ausgebildete Fachkräfte aus dem Pflegebereich übernehmen Aufgaben, die in Folge einer Erkrankung, anfallen. Dazu gehören zum Beispiel: das Verabreichen von Injektionen und anderen Medikamenten, das Messen von Blutdruck oder Blutzucker und die Wundversorgung. In der Behandlungspflege werden die wichtigsten Maßnahmen ergriffen, um Beschwerden zu erleichtern, zu heilen und Folgekrankheiten vorzubeugen. Vor allem ältere Menschen und Menschen mit chronischen Erkrankungen profitieren sehr von dieser Leistung.

2. Wo wird die Pflege durchgeführt?

Der größte Vorteil ist, dass alle Behandlungen bei den Patienten zu Hause oder im häuslichen Umfeld ihrer Angehörigen durchgeführt werden. So können umständliche Arzttermine und Krankenhausbesuche umgangen oder verringert werden. Das tägliche Leben mit den Symptomen wird immens erleichtert.

3. Welche Hilfen sind unter anderem beinhaltet?

  • Absaugen
  • Blutdruckmessung
  • Blutzuckermessung
  • Injektionen verabreichen
  • Katheterversorgung
  • Kontrolle und Einstellung von Beatmungsgeräten
  • Legen und Bewachen von Infusionen
  • Nachsorge bei Drainagen
  • Nachsorge bei Venenkatheter (Port)
  • psychiatrische Krankenpflege
  • Trachealkanüle, Wechsel und Pflege
  • Verabreichung von Medikamenten
  • Verbände wechseln
  • Vorbereitung und Unterstützung bei Inhalationen

4. Wer übernimmt die Kosten?

Gemäß SGB V ist die Behandlungspflege ein Teil der häuslichen Krankenpflege. Alle Maßnahmen können von dem behandelnden Arzt verordnet werden. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen, sie prüfen jede Verordnung auf die medizinische Notwendigkeit und erteilen daraufhin eine Genehmigung.

5. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Folgende Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit die Krankenkasse den Antrag auf häusliche Krankenpflege genehmigt:

  • Weder der Betroffene noch eine andere im Haushalt lebende Person ist in der Lage die notwendige Behandlung selbst zu übernehmen.
  • Der Grund dafür muss eindeutig nachvollziehbar sein und kann sich auf Einschränkungen im motorischen oder im kognitiven Bereich beziehen.

6. Wie lange kann diese Leistung in Anspruch genommen werden?

Die erste Verordnung gilt für 14 Tage. Mit einer Folgeverordnung kann aber die Geltungsdauer verlängert werden. Je nach Zustand des Patienten und Anspruch der benötigten Pflege kann die Leistung bis zu vier Wochen erfolgen. Damit die Krankenkasse eine Verlängerung der Hilfen bewilligt, muss die Notwendigkeit durch den behandelnden Arzt schriftlich belegt werden.

7. Was ist der Unterschied zur Grundpflege?

Im Rahmen der Grundpflege erhalten, hauptsächlich Senioren, Unterstützung bei allen Tätigkeiten des täglichen Lebens. Sie werden beim Essen, Waschen und Toilettengängen begleitet. Diese Aufgaben können auch von Pflegehilfskräften übernommen werden.

Für die pflegerischen Behandlungen zu Hause ist hingegen ausschließlich examiniertes Pflegepersonal zuständig. So wird der kompetente Umgang mit Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln gesichert.

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